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Lieber Niels
Dieses Buch g¿¿nnt dem Genre Roman eine Pause. Es sprengt dessen Grenzen und kreiert ein ganz eigenes Format. Ein Tagebuch? Ja, aber ... Fast t¿¿glich schreibt Zschokke zwischen 2002 und 2008 auf, was ihm durch den Kopf geht und festgehalten werden muss: Es sind Auseinandersetzungen mit der Welt, der Zeit, der Literatur, mit der Musik, dem Theater, der Kunst: Kollegenbeschimpfungen, Reiseberichte, ja, sogar politische Marginalien. Aber all das ist nicht zur Selbstreflexion bestimmt, sondern hat ein Du. Was Zschokke notiert, ist f¿¿r ein Gegen¿¿ber, den Freund Niels, bestimmt. Also ein Briefroman in seiner modernen Form, der Mail? Ja, aber ... Niemals waren die Mails, als sie geschrieben wurden, zur Ver¿¿ffentlichung bestimmt. Das erkl¿¿rt ihre Frische und Spontaneit¿¿t. Der sie schreibt, ist ein wacher, staunender, sp¿¿ttisch ironischer und selbstironischer Mensch. Er fragt etwas, sich selbst oder das Gegen¿¿ber, er probiert Antworten, poltert los, nimmt alles zur¿¿ck und kommt zu ganz neuen Einsichten. Und Fragen! Eine mitrei¿¿ende Neugier zieht sich durch alles, und man selbst ger¿¿t ins Staunen und sieht pl¿¿tzlich klarer auf die Dinge. Eine Fundgrube ist dieses Buch, ein Wunderding.
Zusammenfassung
Ein Überfall auf die Leserschaft. Exzentrisch, egoman und extravagant. Ein Mahlstrom der Zeit. Hinreißende Literatur.
Kritik
»elegant, eigenwillig und ehrlich, mal saignant, mal à point, mal bien cuit, durchzogen von köstlicher Ironie und maliziösem Humor. Ein kunterbunter Schatz, eine Zeitkritik eines in vielerlei Hinsicht unzeitgemäßen, aber stets gegenwärtigen Dichters.«(Susanne Gmür, Süddeutsche Zeitung, 23.04.2011)»Kaum ein anderer Autor vermag das Leiden an der Gegenwart so vergnüglich zu schildern und gleichzeitig so brillant in Frage zu stellen wie Matthias Zschokke«(Thomas Feitknecht, NZZ am Sonntag, 03.04.2011)»Es geht in diesem Buch nicht um Betriebsschelte oder Ressentiments, auch wenn die betreffenden Passagen sich so vergnüglich lesen wie ein Thomas-Bernhard-Lamento und genauso punktgenau treffen - oder völlig am Ziel vorbeischießen. Es geht um das radikal subjektive Erzählen eines schriftstellerischen Alltags. (...) Die Mails an Niels machen süchtig.«(Nicole Henneberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2011)