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Die Brille des Gionata Lerolieff

Roman
BuchKartoniert, Paperback
110 Seiten
Deutsch
Im Zug nach Lugano, auf der Rückfahrt von den Solothurner Literaturtagen, stellt der Tessiner Schriftsteller Gionata Lerolieff mit Entsetzen fest, daß er seine Brille verloren hat. Oder wurde sie ihm gar gestohlen? Auf den ersten Blick ein ebenso alltägliches wie banales Ereignis, ist der Verlust seiner Lesefähigkeit für Lerolieff gleichbedeutend mit dem Verlust der ordnenden Perspektive auf sich selbst und seine Umwelt....mehr
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Informationen

KlappentextIm Zug nach Lugano, auf der Rückfahrt von den Solothurner Literaturtagen, stellt der Tessiner Schriftsteller Gionata Lerolieff mit Entsetzen fest, daß er seine Brille verloren hat. Oder wurde sie ihm gar gestohlen? Auf den ersten Blick ein ebenso alltägliches wie banales Ereignis, ist der Verlust seiner Lesefähigkeit für Lerolieff gleichbedeutend mit dem Verlust der ordnenden Perspektive auf sich selbst und seine Umwelt. Die verlorene Brille macht den Weg frei für eine wilde Schar von Assoziationen, Traumgespinsten und Halbschlafbildern. Dabei vermengen sich historische Begebenheiten, autobiographische Reminiszenzen, Zitate aus Literatur und Mythologie vor Lerolieffs geistigem Auge nahezu nach Belieben.Einziger roter Faden in diesem Potpourri von Eindrücken und Erinnerungen sind die Stationen der Eisenbahnstrecke gen Süden: Olten - Sempach - Immensee - Sisikon, sie alle dienen als Stichwortgeber für weitere Ab- und Ausschweifungen und sind damit im doppelten Sinne Etappen einer Reise: einer Reise nämlich, die Lerolieff ins eigene Unterbewußtsein führt und die schließlich alles als eine Frage der Perspektive erscheinen läßt - als ein Mosaik aus Wahrnehmungsfragmenten, ein Kaleidoskop, in dem sich mit jeder Drehung, jeder Wendung ein neues Bild der Wirklichkeit zusammensetzt. Und am Schluß wird dem geplagten Schriftsteller evident, daß es weit Schlimmeres gibt als den Verlust einer Brille.In seinem 2000 erschienenen Episodenroman "Die Brille des Gionata Lerolieff" ("Gli occhiali di Gionata Lerolieff") jongliert Orelli virtuos mit verschiedenen Erzählformen ebenso wie mit Zitaten, regionalsprachlichen Elementen, Klang- und Wortspielen.Der Leser wird selbst zum Mitreisenden.
Details
ISBN978-3-938803-62-2
ProduktartBuch
Einbandart / SetinhaltKartoniert, Paperback
Verlag/Label
Erscheinungsjahr2014
Erscheinungsdatum15.02.2014
Seiten110 Seiten
SpracheDeutsch
Artikel-Nr.17823654
Rubriken
UntergenreCH-Autoren

Inhalt/Kritik

LeseprobeAuf der Durchfahrt durch Sisikon, schöner Name im Herzen des Vaterlands (das er nie verloren hatte, aber die Brille schon, es war wirklich zum Heulen), doch auch ein Name, der im Munde einer Mutter als Flehen, als Aufforderung an das einjährige Kind dienen könnte, das windellos aufs Töpfchen gesetzt wurde: jetzt hier die Körpersäfte frei fließen zu lassen, die entzückenden: für die Mutter. Die Körpersäfte,...mehr

Autor

Giovanni Orelli, 1928 in Bedretto, Kanton Tessin, geboren, wurde 2012 für sein Gesamtwerk mit dem Großen Schillerpreis der Schweiz ausgezeichnet. Er schreibt Gedichte, Essays und erzählende Prosa. Auf deutsch liegen u. a. die Romane "Monopoly", "Der lange Winter" und "Walaceks Traum (ebenfalls von Maja Pflug übersetzt) vor, dazu der Gedichtband "Vom schönen Horizont". Giovanni Orelli lebt in Lugano.

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