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Basler Fasnacht

Schizophrenie

Entstehung und Entwicklung eines psychiatrischen Krankheitsbildes um 1900
BuchKartoniert, Paperback
390 Seiten
Deutsch
Chronoserschienen am23.04.2013
Das Krankheitsbild «Schizophrenie», 1908 vom Schweizer Psychiater Eugen Bleuler geprägt, gehört zu den erfolgreichsten Konzepten der Psychiatrie. Auch als Metapher findet der Begriff breite Verwendung. Warum aber war die Entwicklung dieser Diagnose um 1900 nötig geworden? Wie kam es zu ihrem Erfolg? Und was verrät das Krankheitsbild über die Zeit seiner Entstehung?Krankheitsbilder sind keine anthropologischen Universalien....mehr
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Informationen

KlappentextDas Krankheitsbild «Schizophrenie», 1908 vom Schweizer Psychiater Eugen Bleuler geprägt, gehört zu den erfolgreichsten Konzepten der Psychiatrie. Auch als Metapher findet der Begriff breite Verwendung. Warum aber war die Entwicklung dieser Diagnose um 1900 nötig geworden? Wie kam es zu ihrem Erfolg? Und was verrät das Krankheitsbild über die Zeit seiner Entstehung?Krankheitsbilder sind keine anthropologischen Universalien. Sie sind historisch wandelbare Konstruktionen, deren Deutungskraft zeitlich begrenzt ist und die auf medizinische ebenso wie auf soziale oder kulturelle Anforderungen reagieren. Das gilt auch für die Schizophrenie, die den Kern des psychodynamischen Denkstils der «Zürcher Schule» bildet.Um 1900 beobachtete Eugen Bleuler bei den Patientinnen und Patienten der Irrenanstalt Burghölzli eine «eigenartige Assoziationsstörung», die er als «Alteration des Denkens und Fühlens und der Beziehung zur Aussenwelt» charakterisierte. Diese Aussenwelt ist psychiatriehistorisch gekennzeichnet durch Legitimationsprobleme der Anstaltspsychiatrie. Zudem war das Fin de Siècle eine Phase gesellschaftlichen Krisenbewusstseins. Nicht nur das Individuum, auch die Gesellschaft schien von den Symptomen der Dissoziation, Spaltung und Fragmentierung bedroht.Die Studie widmet sich der Entstehung und Entwicklung des Krankheitsbildes Schizophrenie im Denkkollektiv der «Zürcher Schule». Darüber hinaus leistet sie einen Beitrag zur Frage, wie sozialer Wandel und der Wandel von Krankheitsvorstellungen ineinandergreifen.
ZusammenfassungDas Krankheitsbild ´Schizophrenie´, 1908 vom Schweizer Irrenarzt Eugen Bleuler geprägt, gehört heute zu den erfolgreichsten Konzepten der Psychiatrie. Auch als Metapher findet der Begriff breite Verwendung. Warum aber war die Entwicklung dieser Diagnose um 1900 nötig geworden? Wie kam es zu ihrem Erfolg? Und was verrät uns das Krankheitsbild über die Zeit seiner Ausformulierung?Dieses Buch zeichnet Problemlagen und Erfahrungsräume nach, die das Entstehen des Schizophreniekonzepts ermöglicht haben: die Krise der Anstaltspsychiatrie im Fin de Siècle, das Auftauchen neuartiger psychischer Symptome, der psychodynamische Therapieansatz der ´Zürcher Schule´ und die Resonanzeffekte, welche die ´schizophrene Assoziationsstörung´ zur Krise des politischen Liberalismus in der Schweiz unterhielt. Die Studie macht anschaulich, wie sozialer Wandel und der Wandel von Krankheitsvorstellungen ineinandergreifen. Als Beitrag zu einer integralen Geschichte der Psychiatrie, die ihren Gegenstand an die Sozial- und Kulturgeschichte zurückbindet, eröffnet das Buch unerwartete Perspektiven auf das Verhältnis von Wahnsinn und Gesellschaft.
Details
ISBN978-3-0340-1111-2
ProduktartBuch
Einbandart / SetinhaltKartoniert, Paperback
Verlag/Label
Erscheinungsjahr2013
Erscheinungsdatum23.04.2013
Seiten390 Seiten
SpracheDeutsch
Artikel-Nr.14625397
Rubriken
UntergenreSchizophrenie

Inhalt/Kritik

InhaltsverzeichnisI Konstitution1. Der politische Liberalismus und die Irrenfrage1.1. Die Anordnung von Wahnsinn und Gesellschaft in der Aufklärung1.2. Psychiatrie in der Schweiz: Ein Projekt des politischen Liberalismus1.3. Funktionswandel der Irrenanstalten im Kontext der Sozialen Frage1.4. Fazit. Die verspätete Krise der Anstaltspsychiatrie2. Die Krise der Psychiatrie um 19002.1. Verwahren oder Heilen? Legitimationsprobleme der Anstaltspsychiatrie2....mehr

Autor

Brigitta Bernet ist Historikerin und hat mehrere Projekte zur Sozial- und Wissenschaftsgeschichte der Psychiatrie durchgeführt. Gegenwärtig arbeitet sie als Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten und ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte der ETH Zürich tätig.

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